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In der Halbleiterindustrie kontrollieren die USA die vorgelagerte Entwicklung und erzielen 47 % des weltweiten Halbleiterumsatzes, während China den nachgelagerten Markt bedient und 34.4 % des Verbrauchs ausmacht. China wollte von der Gehäusefertigung in die vorgelagerte Wertschöpfungskette vordringen, doch die USA blockierten diesen Weg. Die Amerikaner lassen ihre zweitbesten Konkurrenten nicht zu nah herankommen. Deshalb brachten die USA Toshiba in den 1980er Jahren zu Fall, wollen in jüngster Zeit Huawei zerschlagen und planen ständig, chinesische Technologie zu untergraben.
Die Fertigungsindustrie ist undankbar, doch das Chipdesign bietet lukrative Möglichkeiten. Daher haben die USA ihre eigenen Chipfertigungskapazitäten längst aufgegeben. So wurde beispielsweise die Halbleiterproduktion in den Vereinigten Staaten ins Ausland verlagert, und die eigenen Produktionskapazitäten haben sich insgesamt geschwächt. In Friedenszeiten kann die Fertigungsindustrie auf globale Produktionskapazitäten zurückgreifen, was ihren wirtschaftlichen Erfolg nicht schmälert. Doch während einer Epidemie, wenn die Lieferketten nicht effektiv koordiniert werden können oder gar zusammenbrechen, erweist sich der Mangel an lokalen Produktionskapazitäten als großer Nachteil.
Unter den drei weltweit größten Herstellern von Lithografiemaschinen hält ASML (Niederlande) etwa 75 % des Marktes, Nikon (Japan) und Canon (Japan) etwa 13 % bzw. 6 %. Die wichtigsten Chiphersteller sind TSMC (Taiwan) und Samsung (Südkorea). Daher können die Vereinigten Staaten angesichts der globalen Chipkrise nur hilflos zusehen.
Doch die USA stehen nicht ohne Marktführer da. Bei Software und Ausrüstung für die Frontend-Entwicklung haben die USA einen klar dominanten Marktanteil. Auch der niederländische Hersteller von EUV-Lithografieanlagen, der Geschwindigkeit und Kapazität der Chips bestimmt, ist für seine Kerntechnologie stark von den USA abhängig. Darüber hinaus verfolgt die Biden-Regierung ehrgeizige Ziele zur Umstrukturierung der US-amerikanischen Fertigungsindustrie und hat 35 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln für die Chipindustrie bereitgestellt, um die grundlegenden Fertigungskapazitäten auszubauen.
China steckt überall fest und muss den Trend zur Bewegung hin zur gesamten industriellen Wertschöpfungskette aufzeigen, obwohl es sich noch am Anfang befindet.
Sowohl China als auch die USA streben eine Expansion entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette an, doch Japan, Südkorea und die Europäische Union befinden sich im mittleren Segment am stärksten benachteiligt. China und die USA verfügen über nahezu gleich große Marktanteile. Beide Länder streben Neutralität an, doch die USA setzen sie unter Druck und zwingen sie zur Parteinahme. In der Studie „Stärkung der globalen Halbleiterlieferkette in Zeiten der Unsicherheit“ versucht der US-amerikanische Halbleiterverband, die Europäische Union, Japan und Südkorea für sich zu gewinnen, um Chinas Halbleiterindustrie einzudämmen. Ein vollständiger Sieg über die Europäische Union konnte jedoch noch nicht errungen werden.
Ein ASML-Sprecher bekräftigte im April seine Bereitschaft, Chinas Halbleiterentwicklung im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zu unterstützen. Erst im Juli gründete die Europäische Union die Europäische Allianz für Prozessor- und Halbleitertechnologie, um den Fortschritt der europäischen Halbleiterindustrie von 16 nm auf 10 nm und 5 nm zu fördern. In den Antragsbedingungen hieß es, dass „jede Organisation mit relevanten bestehenden oder geplanten Aktivitäten im Bereich der Prozessor- und Halbleitertechnologie, einschließlich Endanwenderunternehmen, Verbände sowie Forschungs- und Technologieorganisationen, der Allianz beitreten kann“. Man sieht also: Die Tür für China ist nicht verschlossen.
Ursprünglich standen vier Akteure auf der Bühne: China, die Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea sowie die Europäische Union. Die Vereinigten Staaten wollen zwei Rollen allein spielen, benötigen aber auch die Kooperation Japans, Südkoreas und der Europäischen Union. Das wird eine große Herausforderung. „Sobald es um 10 % Profit geht, wird das ausgenutzt; bei 100 % werden alle Gesetze missachtet.“
Die Halbleiterindustrie ist die am stärksten globalisierte Wertschöpfungskette mit tiefgreifender, interdisziplinärer Arbeitsteilung und enger Zusammenarbeit. Der Aufbau verlässlicherer Partnerschaften ist eine essenzielle Zukunftsstrategie. Die USA streben im Zuge der Globalisierung eine wirtschaftliche und technologische Vormachtstellung an. Kurzfristig können sie ihre Partner nicht vereinen. Langfristig hängt alles davon ab, ob chinesische Ingenieure sich gegen den Trend behaupten und ihren Platz in der Branche sichern können.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Ziel eines Landes, die gesamte industrielle Wertschöpfungskette zu kontrollieren, zwar erstrebenswert, aber höchstwahrscheinlich unerreichbar ist. Wie wird die globale Chip-Lieferkette in Zukunft aussehen? Ein klar abgegrenztes Vier-Punkte-Modell ist unwahrscheinlich. Es wird normal sein, dass ich unter euch bin und ich verschiedene Allianzen und Partner unter euch habe.

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